Eine deutsche Opera buffa der Belle Époque
Er war Lieblingsschüler und Freund Franz Liszts und ein zu seiner Zeit in mehreren Genres erfolgreicher Komponist; heute ist er aus dem Opern- und Konzert-Repertoire vollständig verschwunden: Anton Urspruch (1850-1907), dessen Werk man mit dem Etikett «spätromantisch» nicht ganz gerecht wird.
Seine komische Oper «Das Unmöglichste von Allem», 1897 unter Felix Mottls Leitung in Karlsruhe uraufgeführt, dann an zahlreichen deutschen Bühnen nachgespielt und nach dem Tode des Komponisten in Vergessenheit geraten, wurde jetzt vom Münchner pianopianissimo-musiktheater ausgegraben und in Koproduktion mit dem Forum «KulturStadtLev» sowie dem Sorbischen National-Ensemble Bautzen in Leverkusen erneut auf den Prüfstand gestellt.
Am Beginn dieser Emanzipationskomödie nach Lope de Vega steht eine Wette. Nach einer siegreichen Schlacht empfiehlt die Königin ihren Kriegern, nun in der Heimat Frauen zu erobern, und stellt die Behauptung auf, eine nach Liebe gierende Frau zu behüten, sei das Unmöglichste von allem. Einer ihrer Krieger, Roberto, hält dagegen und setzt seine Ehre zum Pfand. Drei Akte lang versucht er, seine Schwester Diana vor den Nachstellungen Lisardos, des Beraters der Königin, in ...
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Opernwelt November 2011
Rubrik: Magazin, Seite 74
von Ekkehard Pluta
«La petite mort» nennt der Franzose den Orgasmus, und die jungfräuliche Gouvernante erfährt ihn in einem wirren erotischen Traum am Ende des ersten Akts. Ihre unterdrückten erotischen Sehnsüchte mögen der Schlüssel sein zum rätselhaften Geschehen, das der amerikanische Romancier Henry James 1898 in einer berühmten Novelle beschrieb und das Benjamin Britten genial...
Als er sich kürzlich nach der Premiere von Schoecks «Penthesilea» auf der Bühne der Frankfurter Oper blicken ließ, gab es kein einziges Buh. Hans Neuenfels verbeugte sich – und wurde gefeiert. Wie sich die Zeiten ändern. In Frankfurt tobten einst seine härtesten Opernstürme, in der Ära von Michael Gielen und vorher schon, als er eingeladen wurde von Christoph von...
Elf Jahre lang war Hermann Bäumer Posaunist bei den Berliner Philharmonikern, bevor er diese sichere Stellung verließ, um als Dirigent von Jugendorchestern und als GMD in Osnabrück ein neues Leben anzufangen. Ein Aussteiger, der den event- und profitgeilen Klassikmarkt getauscht hat für ein konzentriertes Arbeiten an der Musik selbst – und dafür in die Provinz...
