Opernkostüme spielen ihre eigene Rolle
Der britische Videokünstler Ed Atkins zeigt im Berliner Martin-Gropius-Bau eine Ausstellung, bei der 6000 Kostüme aus dem Fundus der Deutschen Oper einen großen Auftritt haben. Sie werden zusammen mit Filmen und Videos sowie Sound-Kulissen zu einem „Kammerspiel“ arrangiert, wie der Künstler es nennt. Fünf Akte, fünf Räume, in denen unserer modernen Zivilisation ein eigensinniger Spiegel vorgehalten wird – virtuell und real.
Wuchtige Kleiderständer voller Opernkostüme, die in zwei Reihen übereinander bis fast unter die Decke reichen, flankieren überdimensionierte Videowände. Ein Mann stöhnt heiser, Tropfen plätschern, ein dunkles Dröhnen dringt wie aus einem Keller. Langsam, plastisch entwickeln die Geräusche einen akustischen Sog, der einen weiter in den Raum hineinzieht. Dann plötzlich Klaviertöne, in der Ferne klirren Stimmen ineinander. Der Sound wabert durch den Saal im Martin-Gropius-Bau, während heulende Gesichter von einem Großbildschirm schauen, ein Baby, ein Junge, dann ein alter Mann mit Kapuze. Es trieft nur so aus ihren Augen, aus der Nase, dass man sich schaudernd abwenden möchte und doch im Loop immer wieder hinschaut, wie das dicke Nass über ihre Gesichter läuft ...
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BTR Ausgabe 6 2017
Rubrik: Thema: Ausstellungen, Seite 24
von Irmgard Berner
Britische Bomber hatten 1944 die ursprüngliche Heimstatt des Berliner Philharmonischen Orchesters – eine ehemalige Rollschuhbahn – in Schutt und Asche gelegt. Nach einer Zeit des Nomadendaseins, das das Orchester über ein gutes Jahrzehnt führen musste, wurde im August 1956 ein Architekturwettbewerb für ein neues Konzerthaus ausgeschrieben. Es sollte in der Nähe der...
Das Projekt war ehrgeizig: Die Ausstellung zur Geschichte der Oper will einen Einblick in die Historie des Genres vermitteln, gleichzeitig aber auch das gesellschaftliche Umfeld beleuchten, in dem Oper entstehen und sich entwickeln konnte – von der Hofoper bis zum heutigen Tage, wo sie in aller Welt verbreitet ist und immer neue Anhänger findet. Das Victoria and...
Opera is a multi-sensory experience. Hearing, seeing, understanding – the heart and the mind are stimulated in equal measures by opera. This is impressively demonstrated by an exhibition now showing at the Victoria and Albert Museum in London. Presented as if it were a stage production itself, the show draws the public into the world of opera using modern...
