Ein Seidenkleid lädt zum Träumen ein

Die Ausstellung „Luxus in Seide“ im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg

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Es klingt ein wenig nach Märchen, ist es aber nicht: Wie im Dornröschenschlaf hat ein herrliches Seidenkleid weit über hundert, gar zweihundert Jahre wohl gefaltet in einem Koffer gelegen, angefertigt für eine Hochzeit und dann behütet und doch vergessen auf einem Dachboden nahe Magdeburg verbracht. Jetzt bildet es das Zentrum einer Ausstellung zur Damenmode des Rokoko, die als detailreiche Rauminstallation und mit Duftreizen präsentiert wird. 

Die Hauptdarstellerin in dieser Schau ist eine hellblaue Schönheit.

Sie schimmert in seidigem Pastell, ist mit Blumen übersät und hat eine Taille so schlank wie eine Gerte. Die Korsage ist eng geschnürt, der Reifrock an den Hüften breit gebauscht. Mit ihren Formen entspricht sie dem Schönheitsideal des Rokoko. Sie duftet und ist umgeben von einem Hauch Luxus, den sie sich über 250 Jahre lang bewahrt hat und zu dem sich noch weitere Preziosen hinzugesellt haben: brokatbestickte Schuhe, seidengewirkte Strümpfe, Fächer, Spitzen, Muff und Schirm. Man könnte sich vorstellen, dass vielleicht Susanna in Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“ dieses schöne Kleid getragen hat, um in der knisternden Seide hoffnungsfroh den Tag ihres Lebens zu begehen. Die ...

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BTR Ausgabe 6 2018
Rubrik: Thema: Ausstellungen & Messen, Seite 30
von Irmgard Berner

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